Frauenbibliothek LIESELLE

1978 wurde das Frauenarchiv an der Ruhr-Universität Bochum als autonomes FrauenLesbenprojekt von einer Gruppe Geschichtsstudentinnen gegründet. Von seinen Anfängen bis heute hat das Frauenarchiv (heute Frauenbibliothek LIESELLE) zu Themen der Frauen- und Geschlechterforschung gesammelt und mittlerweile einen erfassten Buch- und Medienbestand von ca. 7500 Datensätzen. Zahlreiche bisher unerfasste Archivbestände sowie Bewegungszeitschriften mit überregionalem wie auch ruhrgebietsspezifischem Fokus liegen noch als „Schätze“ in der LIESELLE verborgen. Die studentische Frauenbibliothek LIESELLE schaut auf eine nunmehr über 40 Jahre lange Geschichte zurück und gehört damit im i.d.a. Dachverband (Dachverband deutschsprachiger Frauen/Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen) mit zu den ältesten Einrichtungen.

Bibliotheksbestand

Der Buchbestand der LIESELLE wird seit 1978 beständig erweitert. Im Bestand befinden sich zahlreiche zum Teil vergriffene Bücher aus den Bereichen: FrauenLesbenbewegung, Frauenforschung, feministische Theorie und Belletristik mit FrauenLesben-Fokus. In den letzten Jahren wurde der Buchbestand in den Bereichen: Gender Studies, Queer Theory und durch intersektionale Theorieansätze erweitert. Außerdem hat die LIESELLE zahlreiche Fachzeitschriften der Geschlechterforschung und Gender Studies abonniert.

Bewegungszeitschriften, Abschlussarbeiten, Graue Literatur

Der Zeitschriftenbestand der LIESELLE umfasst ca. 30 Regalmeter von feministischen Zeitschriften mit überregionalem wie auch ruhrgebietsspezifischem Fokus.
Das Frauenarchiv hat seit 1978 Abschlussarbeiten rund um Themen der Frauen- und Geschlechterforschung gesammelt, die an der damals noch jungen Arbeiter*innen-Universität in Bochum sowie an anderen Universitäten verfasst worden sind. Die Zeitspanne dieser Arbeiten verläuft von 1971 bis 2005. In den insgesamt ca. 100 Abschluss- und Forschungsarbeiten gibt es ein enormes Spektrum an Themen, welche aus Bereichen der Geschichtswissenschaft, Sozialwissenschaft, Kunstgeschichte, Architektur bis hin zu den Rechtswissenschaften reichen.
Erhalten aus den ersten Jahren der Sammlungsgeschichte sind zahlreiche Graue Materialien (Broschüren, Zines oder im Eigenverlag erschienene Publikationen) der feministischen und lesbischen Theoriebildung und Bewegungspraxis aus der Aufbruchszeit der 70er und 80er Jahre.

Vor- und Nachlässe

Die Frauenbibliothek LIESELLE befindet sich im Besitz des Vorlasses des Autonomen FrauenLesbenReferats der Ruhr-Universität Bochum, der in einem Digitalisierungsprojekt im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (2017-2018), das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert wurde, in Teilen erfasst und digitalisiert werden konnte. In diesem Vorlass befindet sich auch ein Autograph von Christa Wolf.
Weiterhin befindet sich der Nachlass des FrauenLesbenRadios Funk’n Flug aus Bochum in der LIESELLE, der ebenfalls in einem Digitalisierungsprojekt im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (2020) digitalisiert und erfasst werden konnte.
Darüber hinaus befindet sich in der LIESELLE der eigene Vorlass, der seit der Gründung des Frauenarchivs an der Ruhr-Universität Bochum 1978 gesammelt wurde und noch unerschlossen vorliegt.