Geschichte

Zur Gründung der ersten Frauenbibliotheken und -archive kam es Ende des 19. Jahrhunderts.

Bespielsweise betrieb der Kaufmännische Verein der weiblichen Angestellten in Berlin schon 1890 eine rege genutzte Ausleihbücherei mit Belletristik, Sachbüchern oder anderen Materialien für professionelle Weiterbildungszwecke.

Um 1910 hatte jeder zehnte der etwa 4.000 Ortsvereine des Bundes deutscher Frauenvereine eine eigene Bibliothek.

Seit Ende der Zwanziger Jahre gab es auch mindestens zwei Frauenarchive: eines, das aus dem Allgemeinen Deutschen Frauenverein in Leipzig hervorgegangen war, und das Archiv des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbandes in Berlin.

 [Foto aus: Hof-Atelier Elvira 1887-1928, hrsg. von Rudolf Herz u. Brigitte Bruns, München 1985, S. XIV (Privatbesitz Gabriele Braun-Schwarzenstein)]

[Foto aus: Hof-Atelier Elvira 1887-1928, hrsg. von Rudolf Herz u. Brigitte Bruns, München 1985, S. XIV (Privatbesitz Gabriele Braun-Schwarzenstein)]

Der Nationalsozialismus bedeutete einen abrupten Bruch in der Entwicklung; im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurden viele der gewachsenen Bestände vernichtet oder zerstreut.

Nachlassreste des Bundes Deutscher Frauenvereine bildeten nach 1945 den Bestand des Helene-Lange-Archivs in Berlin.

Der historische Tomatenwurf der Studentin Sigrid Rüger auf der SDS-Delegiertenkonferenz in Frankfurt/M. 1968 war sicherlich eines der spektakulärsten Ereignisse zu Beginn der Neuen Frauenbewegung, das es zu erinnern gilt. Die Flugblätter und Medienkommentare zu provokanten feministischen Aktionen, die damals im Umlauf waren, erschienen den etablierten Einrichtungen allerdings noch nicht als "archivwürdig". Auf der ersten West-Berliner Sommeruniversität der Frauen im Oktober 1976 wurde daher u. a. "die Einrichtung eines Frauenarchivs und einer -bibliothek" verlangt. 1977 gründete Antje Finger in Berlin daraufhin das "Kassandra"-Archiv für die feministischen Künste. Im Lesbischen Aktionszentrum (LAZ) wurden die ersten Dokumente der Bewegung in Stehordnern aufbewahrt, die von einer "Archivgruppe" verwaltet wurden. Diese Gruppe integrierte sich 1978 in das neugegründete Frauenforschungs-, -bildungs- und informationszentrum (FFBIZ).

Weitere Archiv- und Bibliotheksgründungen in anderen Städten folgten. In Ost und West, innerhalb und außerhalb von Universitäten, in Österreich und der Schweiz gibt es inzwischen mehr als 70 deutschsprachige Einrichtungen mit unterschiedlichen Sammlungen zu allen frauenbetreffenden Fragen.

Seit 1983 treffen sich ihre Vertreterinnen zu Tagungen, die dem fachlichen Austausch und der Vernetzung dienen. Hieraus ging 1994 der Dachverband i.d.a als gemeinnütziger Verein hervor.

 [Foto: Privatbesitz Irene Franken]

[Foto: Privatbesitz Irene Franken]

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